Shopfloor Management Board: Aufbau, Kennzahlen und Visualisierung

Ihre Shopfloor Management-Reise
Unser dreiteiliger Guide führt Sie umfassend durch das Thema Shopfloor Management – von den Grundlagen über die Digitalisierung bis zur praktischen Visualisierung auf Boards.
1. SFM Grundlagen
Definition, Vorteile und praktische Umsetzung von Shopfloor Management für produzierende Unternehmen.
Weiterlesen2. Digitales SFM
Moderne Software-Lösungen und Tools für ein digitales Shopfloor Management in der Industrie 4.0.
Weiterlesen3. SFM Board
Aufbau, Kennzahlen und effektive Visualisierungstechniken für Shopfloor Management Boards.
Aktueller ArtikelInhaltsverzeichnis
Das Shopfloor Management Board: Transparenz schaffen
Das Shopfloor Management Board ist das zentrale Visualisierungsinstrument im Shopfloor Management. Es dient als Informations- und Kommunikationsplattform für tägliche Meetings und Prozesssteuerung. Doch wie sieht der optimale Aufbau aus, und welche Kennzahlen sind entscheidend?
Das Shopfloor Board ist weit mehr als eine einfache Anzeigetafel – es ist das Herzstück des Shopfloor Managements. Es erfüllt mehrere zentrale Funktionen, die Transparenz schaffen und die tägliche Arbeit unterstützen.
Primäre Funktionen
- Informationsplattform: Visualisierung relevanter Kennzahlen und Statusinformationen
- Kommunikationszentrum: Ort für strukturierte Meetings und Informationsaustausch
- Steuerungsinstrument: Basis für tägliche Entscheidungen und Prioritätensetzung
- Verbesserungswerkzeug: Plattform für kontinuierliche Verbesserungsaktivitäten
Ein gut gestaltetes Shopfloor Board schafft Transparenz, fördert die Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Führungskräften und unterstützt die strukturierte Problemlösung direkt am Ort der Wertschöpfung.
Zusammenfassung: Das Shopfloor Board ist das Herzstück des Shopfloor Managements, indem es Transparenz, Kommunikation und Verbesserung am Ort der Wertschöpfung fördert.
Um seine Funktionen optimal zu erfüllen, sollte ein Shopfloor Board systematisch strukturiert sein. Die folgende Struktur hat sich in der Praxis bewährt und sorgt für Übersichtlichkeit und Effizienz.
Beispiel eines Shopfloor Boards
Teambereich
Teamzusammensetzung
Anwesenheitsstatus
Schichtpläne
Kennzahlenbereich
Ist- und Soll-Werte
Abweichungsanalyse
Trends (z.B. OEE: 85% ▲)
Problemmanagement
Aktuelle Probleme
Maßnahmenplan
Status (z.B. Offen: 3)
Standardbereich
Arbeitsanweisungen
Checklisten
Best Practices
Kommunikationsbereich
Mitteilungen
Ereignisse
Erfolge
1. Teambereich
Dieser Bereich enthält grundlegende Informationen zum Team und zur Organisation:
- Teamzusammensetzung und Anwesenheitsstatus
- Qualifikationsmatrix der Teammitglieder
- Schichtpläne und Urlaubsübersicht
- Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten
2. Kennzahlenbereich
Das Kernstück des Boards präsentiert die wichtigsten Leistungskennzahlen:
- Aktuelle Leistungsdaten (Ist-Werte)
- Zielwerte (Soll-Werte)
- Abweichungsanalyse
- Historische Entwicklung (Trends)
Die Kennzahlen sollten übersichtlich nach dem SQCDP-Schema (Sicherheit, Qualität, Kosten, Lieferung, Personal) oder einer ähnlichen Systematik gegliedert sein.
3. Problemmanagement
Dieser Bereich dient der strukturierten Bearbeitung von Abweichungen und Problemen:
- Aktuelle Probleme und Abweichungen
- Ursachenanalyse
- Maßnahmenplan mit Verantwortlichkeiten und Terminen
- Status der Maßnahmenbearbeitung
4. Standardbereich
Hier werden Standards, Arbeitsanweisungen und Prozessbeschreibungen hinterlegt:
- Standardarbeitsblätter
- Prüfpläne und Checklisten
- Best Practices und Lessons Learned
- Sicherheitsstandards und Arbeitsschutzinformationen
5. Kommunikationsbereich
Dieser Bereich enthält allgemeine Informationen und Ankündigungen:
- Aktuelle Mitteilungen
- Besondere Ereignisse oder Besuche
- Schulungspläne
- Erfolge und Verbesserungen
Die räumliche Anordnung dieser Bereiche sollte logisch und übersichtlich sein, wobei der Kennzahlenbereich und das Problemmanagement typischerweise im Zentrum stehen, da sie im Fokus der täglichen Meetings stehen.
Zusammenfassung: Ein effektives Shopfloor Board ist klar strukturiert in Teambereich, Kennzahlen, Problemmanagement, Standards und Kommunikation, um tägliche Meetings zu unterstützen.
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Die Auswahl der richtigen Kennzahlen ist entscheidend für die Wirksamkeit eines Shopfloor Boards. Dabei gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr. Statt einer Überfrachtung mit Metriken sollte der Fokus auf wenigen, aber aussagekräftigen Kennzahlen liegen.
Kennzahlen nach dem SQCDP-Schema
S - Sicherheit und Standards
- Unfallfreie Tage
- Anzahl der Beinahe-Unfälle
- Sicherheitsaudits und deren Ergebnisse
- Einhaltung von Standards und Auditergebnisse
Q - Qualität
- Fehlerquote/Ausschussrate
- First Pass Yield (FPY)
- Nacharbeitsaufwand
- Kundenreklamationen
- Interne Qualitätsabweichungen
C - Kosten
- Produktivität (Output pro Zeiteinheit)
- Materialverbrauch
- Energieverbrauch
- Verschwendung (z.B. Materialverluste)
- Personalkosten (z.B. Überstunden)
D - Delivery (Lieferung)
- Termintreue
- Durchlaufzeit
- Bestände (WIP)
- OEE (Overall Equipment Effectiveness)
- Taktzeiteinhaltung
- Rüstzeiten
P - People (Mitarbeiter)
- Anwesenheitsquote
- Qualifikationsstand
- Verbesserungsvorschläge
- Mitarbeiterbeteiligung
- Schulungsstatus
Auswahlkriterien für Kennzahlen
Bei der Auswahl der Kennzahlen sollten folgende Kriterien beachtet werden:
- Relevanz: Die Kennzahlen müssen einen direkten Bezug zu den Unternehmenszielen haben
- Beeinflussbarkeit: Das Team sollte die Kennzahlen durch eigenes Handeln beeinflussen können
- Messbarkeit: Die Kennzahlen müssen objektiv und regelmäßig messbar sein
- Aktualität: Die Daten sollten möglichst zeitnah verfügbar sein
- Verständlichkeit: Jeder Mitarbeiter sollte die Kennzahlen verstehen können
Für ein typisches Shopfloor Board empfiehlt sich die Beschränkung auf 5-7 Hauptkennzahlen, die für den jeweiligen Bereich besonders aussagekräftig sind.
Zusammenfassung: Relevante Kennzahlen nach dem SQCDP-Schema (Sicherheit, Qualität, Kosten, Lieferung, Personal) und klare Auswahlkriterien sorgen für ein fokussiertes Shopfloor Board.
Die Art der Visualisierung hat entscheidenden Einfluss darauf, wie schnell und intuitiv Informationen vom Board erfasst werden können. Hier sind bewährte Techniken und Praktiken, um die Effektivität zu maximieren.
Effektive Visualisierungstechniken
-
Ampelsystem: Rot-Gelb-Grün-Markierungen für schnelle Statuserkennung
- Grün: Ziel erreicht, alles im Plan
- Gelb: Achtung, Werte nähern sich kritischen Grenzen
- Rot: Ziel nicht erreicht, Handlungsbedarf
-
Trendvisualisierung: Entwicklung über Zeit darstellen
- Liniendiagramme für kontinuierliche Verläufe
- Balkendiagramme für periodische Werte
- Pfeile für Trendrichtung (↑↓→)
-
Pareto-Diagramme: Für die Priorisierung von Problemen nach Häufigkeit oder Auswirkung
-
Aktionsboards: Strukturierte Darstellung von Maßnahmen
- Verantwortliche Person
- Fälligkeitsdatum
- Status (offen, in Bearbeitung, abgeschlossen)
- Priorisierung
-
Andon-Boards: Visuelle Anzeige des aktuellen Betriebszustands von Maschinen oder Linien
Best Practices für die Gestaltung
- Konsistentes Farbschema: Durchgängige Farbcodierung für ähnliche Informationen
- Klare Beschriftung: Eindeutige Titel und Legendenerklärungen
- Lesbare Schriftgröße: Auch aus einigen Metern Entfernung gut erkennbar
- Aktualität sicherstellen: Regelmäßige Aktualisierung mit klarer Kennzeichnung des Datenstands
- Interaktive Elemente: Magnetkarten, Post-its oder Marker für flexible Anpassungen
- Übersichtliches Layout: Logische Gruppierung verwandter Informationen
- Skalierbarkeit: Ausreichend Platz für Erweiterungen oder Änderungen
Ein gut gestaltetes Board zeichnet sich dadurch aus, dass es auf einen Blick den Status vermittelt und Abweichungen sofort erkennbar sind. Die Visualisierung sollte die Kommunikation fördern und als Basis für tägliche Besprechungen dienen.
Zusammenfassung: Effektive Visualisierungstechniken wie Ampelsysteme und Trenddiagramme sowie Best Practices wie ein klares Farbschema machen das Shopfloor Board intuitiv und nützlich.
Während traditionelle Shopfloor Boards aus Whiteboards oder Pinnwänden bestehen, gewinnen digitale Lösungen zunehmend an Bedeutung. Sie bieten erweiterte Möglichkeiten für Effizienz und Transparenz.
Analoge Boards: Bewährte Basis
Die Vorteile analoger Boards liegen in ihrer Einfachheit und Robustheit:
- Keine technischen Vorkenntnisse erforderlich
- Flexibel und schnell anpassbar
- Geringe Anschaffungskosten
- Keine Abhängigkeit von IT-Infrastruktur
- Haptisches Erlebnis fördert Mitarbeitereinbindung
Digitale Boards: Erweiterte Möglichkeiten
Digitale Shopfloor Boards bieten zusätzliche Funktionalitäten:
- Automatische Datenaktualisierung in Echtzeit
- Integration mit anderen Systemen (MES, ERP, BDE)
- Erweiterte Analysemöglichkeiten
- Standortübergreifende Vergleichbarkeit
- Historische Datenarchivierung
- Automatisierte Berichte und Eskalationen
Hybride Ansätze
Viele Unternehmen setzen auf hybride Lösungen, die die Vorteile beider Welten kombinieren:
- Digitale Displays für automatisch aktualisierte Kennzahlen
- Physische Elemente für interaktive Workshops und Problemlösungen
- Touchscreens mit intuitiver Bedienung für direkte Interaktion
- Mobile Zugriffsmöglichkeiten für Führungskräfte
Entscheidungskriterien für analog oder digital
Bei der Entscheidung zwischen analog und digital sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- Reifegrad des bestehenden Shopfloor Managements
- Verfügbarkeit von Daten und IT-Infrastruktur
- Budget und Ressourcen
- Digitalisierungsstrategie des Unternehmens
- Akzeptanz und digitale Affinität der Mitarbeiter
Unabhängig von der Technologie bleibt der Grundgedanke des Shopfloor Boards gleich: Transparenz schaffen, Kommunikation fördern und kontinuierliche Verbesserung unterstützen.
Zusammenfassung: Digitale Shopfloor Boards bieten Echtzeit-Daten und Analysen, während hybride Ansätze analoge und digitale Vorteile kombinieren.
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Ein wirksames Shopfloor Management Board zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- Fokussierung auf das Wesentliche: Konzentration auf wenige, aber relevante Kennzahlen
- Klare Struktur: Logische Anordnung der Informationen in funktionale Bereiche
- Intuitive Visualisierung: Schnelle Erfassbarkeit durch geeignete Darstellungsformen
- Aktualität: Regelmäßige Aktualisierung und zeitnahe Daten
- Praxisorientierung: Ausrichtung auf die tägliche Nutzung in Shopfloor Meetings
- Problemlösungsfokus: Unterstützung der strukturierten Bearbeitung von Abweichungen
- Einbindung aller Beteiligten: Förderung der Kommunikation und Mitarbeiterbeteiligung
Das Shopfloor Board ist mehr als ein Anzeigemedium – es ist ein Management-Instrument, das bei konsequenter Anwendung maßgeblich zur Leistungssteigerung und kontinuierlichen Verbesserung beiträgt. Ob analog oder digital – entscheidend ist die konsistente Nutzung im Rahmen eines ganzheitlichen Shopfloor Management-Ansatzes.
Die Investition in ein gut durchdachtes Shopfloor Board zahlt sich durch verbesserte Transparenz, effizientere Kommunikation und beschleunigte Problemlösung aus. Es bildet die visuelle Basis für eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung und operativen Exzellenz.
Abschluss: Ein erfolgreiches Shopfloor Board fördert Transparenz, Kommunikation und kontinuierliche Verbesserung – ob analog oder digital.
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